Tägliche Archive: 12. Oktober 2016


Mahnwache in Strausberg | BAB und ODF berichten

BAB – KW 37

Massentierhaltung geht alle an Bürgerinitiativen hielten Mahnwache ab  –
Leute sollen auf die Thematik aufmerksam gemacht werden.

Strausberg (sd). “Da vergeht mir der Appetit“, war am Samstagvormittag, dem 10. September 2016, nicht nur der Kommentar von Gerhard Weber. Mit einer Mahnwache von 11 bis 13 Uhr machten rund 20 Aktive der Bürgerinitiativen  aus Hohenstein, Müncheberg und Reichenow auf das Thema Massentierhaltung aufmerksam. Hintergrund ist eine Hähnchenmastanlage in Hohenstein für 150.000 Tiere, die im April genehmigt wurde. Drei Jahre lang wurde über das Für und Wider diskutiert, demonstriert und Interessen abgewogen. Dann setzte die Baugenehmigung dem Hin und Her schlagartig ein Ende. „Erstmals sind wir hier juristisch in den Widerspruch gegangen“, erklärt Wolfram Körmer von der Bürgerinitiative Hohenstein. Mit Rechtsbeistand will der Zusammenschluss der Bürgerinitativen aktiv gegen den Bau der Hähnchenmast vorgehen. Ein Mittel, das noch nicht allzu lange zur Verfügung steht, wie Wolfram Körmer ergänzt. Nicht zuletzt aufgrund des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung, schlossen sich Ende 2014 lokale Initiativen zusammen. „Gemeinsam können wir ein fach mehr erreichen, von den  Erfahrungen der anderen profitieren und effektiver arbeiten“,  heißt es von den Organisatoren.

Neben der Aufklärung der Verbraucher – daher auch der Standort der Kundgebung nahe dem Kaufland in Strausberg – suchte man ebenso Unterstützer für weitere juristische Schritte, die teils sehr kost-spielig sind. Auch machte man mit Flyern und Handzetteln auf Demonstrationen gegen die Ceta- und Ttip-Abkommen an diesem Wochenende in sieben deutschen Großstädten aufmerksam. „Die Leute müssen mit ihrer Teilnahme ein Zeichen setzen“, so Körmer. Die Aktiven sehen mit den geplanten Wirtschaftsabkommen mit den USA bzw. Kanada weitere Ursachen für die vermehrte Produktion von Billigfleisch für den Export und damit eine Rechtfertigung für mehr Tierfabriken.
Dass schon seit 2013 mehr Fleisch für den Export produziert wird, wurde deutlich aufgezeigt und mit Zahlen der Bundesministerien belegt. Tendentiell ist der Fleischkonsum in Deutschland sogar seit einigen Jahren nachweislich rückläufig. „Wir wollen die Leute nicht zu Veganern machen, jedoch muss der Fleischkonsum bewusst erfolgen, und man sollte auch diesen Tieren ihre Rechte einräumen“, betonten die Aktivisten. Auch, dass damit regionale Anbieter in Afrika und China zunehmend „kaputt gemacht“ werden, wie die Teilnehmer berichteten. Mit einer Änderung des Konsumverhaltens der Leute sei bereits ein wichtiger Schritt getan. Die Münchebergerin Ilonka Steinbrecher berichtete, dass Antibiotika kaum noch bei ihr anschlagen würde, sie sogar schon mehrere Allergien auf Medikamente entwickelt hat. Zurück führt sie dies auf Fleisch von Tieren, die mit zu vielen Antibiotika gefüttert würden. Der Strausberger Frank Leh-mann führt mit Tourismus und Naturzerstörung noch ganz andere Aspekte der Tierfabriken an. „Wir verschandeln unsere schöne Region“, so der Passant. Wie langwierig vor allem die Nitratbelastung des Bodens durch solche Anlagen ist, berichteten die Aktivisten der Bürgerinitiativen immer wieder in persönlichen Gesprächen mit Interessierten. „Menschen handeln gegen ihr gutes Wissen, alles was zählt, ist der Profit“, lautete immer wieder der Konsens.
„Viele Menschen haben noch nicht verstanden, dass letztlich alle betroffen sind, das müssen wir ändern“, so Wolfram Körmer. Mit der Aktion wurden unterm Strich zahlreiche Passanten angesprochen und angeregt, sich mit dem Thema zu befassen. Angesichts eines großen Wegweisers, der klar zeigte, wo welche Tiere massenhaft gehalten werden, zeigten sich viele Leute überrascht, da sie dies zuvor so nicht wahrgenommen hätten, wie sie sagten.

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ODF

Hohensteiner Protestieren gegen Hähnchenmastanlage

Mahnwache gegen Massentierhaltung

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Die Hähnchenmastanlage im Strausberger Ortsteil Hohenstein ist beschlossene Sache. 150.000 Hühner sollen künftig in insgesamt 3 Ställen gehalten und verarbeitet werden. Seit Jahren wehren sich Bürgerinitiativen gegen diese Tierfabriken. Am Samstag versammelten sich Gegner der Massentierhaltung, unter ihnen auch Hohensteiner, in Strausberg und informierten zu den Auswirkungen solcher Anlagen. Dieser Wegweiser gehört zu Standardausrüstung der Aktiven gegen Massentierhaltung bei ihren Kundgebungen. Am Samstag informierten in Strausberg Mitglieder der Bürgerinitiativen aus Hohenstein, Müncheberg und Reichenow zu den Folgen der geplanten Hähnchenmastanlage in Hohenstein und solcher Tierfabriken im Allgemeinen. Der Standort für die Kundgebung war das Kaufland an der Hohensteiner Chaussee. Mit Flyern und Handzetteln machten die Aktivisten auf das Thema aufmerksam, denn die Problematik scheint bei der Strausberger Stadtbevölkerung noch nicht sehr bekannt zu sein. Zwei Stunden lang waren die Teilnehmer der Aktion vor Ort und immer wieder suchten auch Passanten das Gespräch. Weitere Aktionen der Bürgerinitiativen sollen folgen.

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