Presse


Mahnwache in Strausberg | BAB und ODF berichten

BAB – KW 37

Massentierhaltung geht alle an Bürgerinitiativen hielten Mahnwache ab  –
Leute sollen auf die Thematik aufmerksam gemacht werden.

Strausberg (sd). “Da vergeht mir der Appetit“, war am Samstagvormittag, dem 10. September 2016, nicht nur der Kommentar von Gerhard Weber. Mit einer Mahnwache von 11 bis 13 Uhr machten rund 20 Aktive der Bürgerinitiativen  aus Hohenstein, Müncheberg und Reichenow auf das Thema Massentierhaltung aufmerksam. Hintergrund ist eine Hähnchenmastanlage in Hohenstein für 150.000 Tiere, die im April genehmigt wurde. Drei Jahre lang wurde über das Für und Wider diskutiert, demonstriert und Interessen abgewogen. Dann setzte die Baugenehmigung dem Hin und Her schlagartig ein Ende. „Erstmals sind wir hier juristisch in den Widerspruch gegangen“, erklärt Wolfram Körmer von der Bürgerinitiative Hohenstein. Mit Rechtsbeistand will der Zusammenschluss der Bürgerinitativen aktiv gegen den Bau der Hähnchenmast vorgehen. Ein Mittel, das noch nicht allzu lange zur Verfügung steht, wie Wolfram Körmer ergänzt. Nicht zuletzt aufgrund des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung, schlossen sich Ende 2014 lokale Initiativen zusammen. „Gemeinsam können wir ein fach mehr erreichen, von den  Erfahrungen der anderen profitieren und effektiver arbeiten“,  heißt es von den Organisatoren.

Neben der Aufklärung der Verbraucher – daher auch der Standort der Kundgebung nahe dem Kaufland in Strausberg – suchte man ebenso Unterstützer für weitere juristische Schritte, die teils sehr kost-spielig sind. Auch machte man mit Flyern und Handzetteln auf Demonstrationen gegen die Ceta- und Ttip-Abkommen an diesem Wochenende in sieben deutschen Großstädten aufmerksam. „Die Leute müssen mit ihrer Teilnahme ein Zeichen setzen“, so Körmer. Die Aktiven sehen mit den geplanten Wirtschaftsabkommen mit den USA bzw. Kanada weitere Ursachen für die vermehrte Produktion von Billigfleisch für den Export und damit eine Rechtfertigung für mehr Tierfabriken.
Dass schon seit 2013 mehr Fleisch für den Export produziert wird, wurde deutlich aufgezeigt und mit Zahlen der Bundesministerien belegt. Tendentiell ist der Fleischkonsum in Deutschland sogar seit einigen Jahren nachweislich rückläufig. „Wir wollen die Leute nicht zu Veganern machen, jedoch muss der Fleischkonsum bewusst erfolgen, und man sollte auch diesen Tieren ihre Rechte einräumen“, betonten die Aktivisten. Auch, dass damit regionale Anbieter in Afrika und China zunehmend „kaputt gemacht“ werden, wie die Teilnehmer berichteten. Mit einer Änderung des Konsumverhaltens der Leute sei bereits ein wichtiger Schritt getan. Die Münchebergerin Ilonka Steinbrecher berichtete, dass Antibiotika kaum noch bei ihr anschlagen würde, sie sogar schon mehrere Allergien auf Medikamente entwickelt hat. Zurück führt sie dies auf Fleisch von Tieren, die mit zu vielen Antibiotika gefüttert würden. Der Strausberger Frank Leh-mann führt mit Tourismus und Naturzerstörung noch ganz andere Aspekte der Tierfabriken an. „Wir verschandeln unsere schöne Region“, so der Passant. Wie langwierig vor allem die Nitratbelastung des Bodens durch solche Anlagen ist, berichteten die Aktivisten der Bürgerinitiativen immer wieder in persönlichen Gesprächen mit Interessierten. „Menschen handeln gegen ihr gutes Wissen, alles was zählt, ist der Profit“, lautete immer wieder der Konsens.
„Viele Menschen haben noch nicht verstanden, dass letztlich alle betroffen sind, das müssen wir ändern“, so Wolfram Körmer. Mit der Aktion wurden unterm Strich zahlreiche Passanten angesprochen und angeregt, sich mit dem Thema zu befassen. Angesichts eines großen Wegweisers, der klar zeigte, wo welche Tiere massenhaft gehalten werden, zeigten sich viele Leute überrascht, da sie dies zuvor so nicht wahrgenommen hätten, wie sie sagten.

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ODF

Hohensteiner Protestieren gegen Hähnchenmastanlage

Mahnwache gegen Massentierhaltung

Wenn das Video nicht läuft bitte hier probieren mit dem Passwort ODF

Die Hähnchenmastanlage im Strausberger Ortsteil Hohenstein ist beschlossene Sache. 150.000 Hühner sollen künftig in insgesamt 3 Ställen gehalten und verarbeitet werden. Seit Jahren wehren sich Bürgerinitiativen gegen diese Tierfabriken. Am Samstag versammelten sich Gegner der Massentierhaltung, unter ihnen auch Hohensteiner, in Strausberg und informierten zu den Auswirkungen solcher Anlagen. Dieser Wegweiser gehört zu Standardausrüstung der Aktiven gegen Massentierhaltung bei ihren Kundgebungen. Am Samstag informierten in Strausberg Mitglieder der Bürgerinitiativen aus Hohenstein, Müncheberg und Reichenow zu den Folgen der geplanten Hähnchenmastanlage in Hohenstein und solcher Tierfabriken im Allgemeinen. Der Standort für die Kundgebung war das Kaufland an der Hohensteiner Chaussee. Mit Flyern und Handzetteln machten die Aktivisten auf das Thema aufmerksam, denn die Problematik scheint bei der Strausberger Stadtbevölkerung noch nicht sehr bekannt zu sein. Zwei Stunden lang waren die Teilnehmer der Aktion vor Ort und immer wieder suchten auch Passanten das Gespräch. Weitere Aktionen der Bürgerinitiativen sollen folgen.

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Für faire Bedingungen sorgen | BAB

Volksbegehren gegen Massentierhaltung startete am 15. Juli 2015
Artikel vom: 16.07.2015 | Märkisch-Oderland
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Es ist ein Thema, dass viele Gemüter erregt- Massentierhaltung. Überall in der Region sprießen die Anlagen, in denen Nutztiere für den Verzehr hochgezüchtet werden, aus dem Boden. In der Bevölkerung regt sich Widerstand. In vielen Orten in Märkisch-Oderland und Oder-Spree gibt es Bürgerinitiativen, die sich gegen geplante oder schon vorhandene Massentierhaltung engagieren. Sie kämpfen damit für ein Umdenken in der Agrarpolitik des Landes Brandenburg. Nathalie Percillier ist Mitglied der Bürgerinitiatve „Uns stinkts schon lange“ in Reichenow. Hier soll eine bereits bestehende Schweineanlage um 512 Mastschweine und 2.000 Ferkel erweitert werden. „Ich weiß, dass die Tiere darin leiden und dass das Fleisch, welches dort produziert wird, keine gute Qualität hat und die Leute krank macht. Diese Anlagen vergiften das Wasser und die Felder. Ich will das Problem hier im Dorf benennen und je mehr Leute ich ansprechen kann, umso besser.“ Während die Brandenburgische Landesregierung Massentierhaltung unterstützt und diese mit Landes- und EU-Geldern fördert, sprechen die Bürgerinitiativen von einer Fehlentwicklung in der Agrarpolitik. Folgen wären unter anderem die Verödung des ländlichen Raumes und der Verlust der Vielfalt. Die Gewinne der industriellen Tierproduktion kommen den Dörfern nicht zu Gute. Wolfram Körmer, selbst Anwohner in Hohenstein und ebenfalls ein entschiedener Gegner der Massentierhaltung, kann das Problem noch genauer benennen: „150.000 Hähnchen sind auf engstem Raum zusammengepfercht. Wenn sie ausgewachsen sind, leben 21 Tiere auf dem Quadratmeter in ihrem eigenen Kot und warten auf die Schlachtung, dabei ersticken viele an den Amoniak dämpfen. Das ist nur das, was den Tieren widerfährt, was mit den Menschen passiert, ist mindestens genauso schlimm. Es handelt sich um eine schleichende Vergiftung der Umwelt.“ Marga van Tankeren ist Mitglied der Bürgerinitiative Müncheberg und findet ebenfalls deutliche Kritik an der Massentierhaltung. „Wenn man die Räume vergrößern würde, wäre die Chance, dass Tiere krank werden, viel geringer. Es gäbe da schon Möglichkeiten.“ Für sie ist außerdem wichtig, dass es keine industrielle Tierhaltung ist, sondern dass die Betriebe ihr Futter selbst produzieren, so dass ein vernünftiger Kreislauf möglich ist. Mit Protestaktionen und Unterschriftensammlungen wollen die Akteure auf diese Problematik aufmerksam machen. Trotz des großen Erfolges der Volksinitiative, die von dem Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg initiiert wurde, mit knapp 34.000 Stimmen, wurden die Forderungen der Volksinitiative Brandenburg „Stoppt Massentierhaltung“ vom Landtag mehrheitlich abgelehnt. Aus diesem Grund hat sich das Aktionsbündnis entschieden, ein Volksbegehren zu beantragen.
Trotzdem war es für die Massentierhaltungs-Gegner ein gutes Ergebnis. „Meiner Meinung nach war die Volksinitiative ein großer Erfolg. Normalerweise hätten wir in einem Jahr 20.000 Unterschriften zusammenbekommen müssen, so haben wir in sechs Monaten rund 34.000 Unterschriften gesammelt. Das zeigt schon, dass es da ein gewisses Interesse bei der Bevölkerung gibt“, findet Dietmar Kühn von der Bürgerinitiative aus Hohenstein. Aber davon hat man sich nicht entmutigen lassen, denn nun sind alle Brandenburger gefragt. Am 15 Juli 2015 startete ein Volksbegehren gegen Massentierhaltung in Brandenburg. Mit einer Unterschrift kann sich jeder Wahlberechtigte ab dem 16. Lebensjahr gegen die industrielle Tierhaltung, das Kupieren von Schwänzen bei Schweinen und Schnäbeln bei Hühnern sowie die Einführung eines Mitwirkungs- und Klagerechtes für anerkannte Tierschutzverbände aussprechen. 80.000 Unterschriften braucht es für den Erfolg des Volksbegehrens. In diesem Fall muss sich dann der Landtag erneut mit den Forderungen befassen. Wird das Begehren wiederum abgelehnt, käme es zum Volksentscheid.
Bei einem Volksbegehren in Brandenburg dürfen die Unterschriften nicht direkt auf der Straße gesammelt werden. Daher können sich alle Bürgerinnen und Bürger aber persönlich im Bürgeramt des Wohnorts in das Volksbegehren eintragen. Man kann sich die Unterlagen auch direkt nach Hause bestellen. Alle weiteren Informationen gibt es im Internet unter www.volksbegehren-massentierhaltung.de. Die Volksinitiative läuft noch bis zum 14. Januar 2016.

BU: Die Forderungen der Volksinitiative „Stoppt Massentierhaltung“ des Aktionsbündnisses „Agrarwende Berlin-Brandenburg“ wurden vom Landtag abgelehnt, nun läuft das Volksbegehren, bei dem jeder wahlberechtige Brandenburger mitentscheiden darf.

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>>> Nächstes Netztwerktreffen: 8.8. Klosterdorf_Ökolea


Den Brunnen vergiften…

Ihr Lieben,

es geht in diesem Artikel um Niedersachsen, aber Brandenburg ist auf dem Vormarsch.
In dem Luch neben “unsere” Ferkelanlage sind Anabolika gefunden worden, so ein Professor aus Eberswalde.
Die BI forscht nach.

 

Lizenz zum Verseuchen

 

taz | 19.03.2015 | von THOMAS SCHUMACHER

http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2015/03/19/a0075

Bereits im vergangenen Jahr warnte eine Studie des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Deutschland könne die Vorschriften der EU zur Verbesserung der Wassergüte in Flüssen und Seen niemals einhalten. Die Vergiftung der Gewässer durch direkte oder diffuse Einleitungen von Schadstoffen sei zu groß. Deutschland droht ein Verfahren wegen Verletzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Um das Düngen der Äcker mit Gülle zu regeln, hat die Bundesregierung einen Entwurf zur Novellierung der Düngeverordnung vorgelegt. Dieser wird derzeit abschließend im Bundesrat beraten. Der OOWV, andere Wasserversorger und kommunale Verbände lehnen den Entwurf ab. “Wenn der Entwurf der Bundesregierung zur Düngeverordnung in den nächsten Tagen wirklich vom Bundesrat verabschiedet wird, dann bekommen die Landwirte eine Lizenz zur Wasserverseuchung”, sagt Egon Harms vom OOWV.

 

Hier weitere interessante Artikel
zum Thema Antibiotika:

ANTIBIOTIKA BEI TIEREN
Mehrere Länder fordern Verbot

dpa | 18.3

BAD HOMBURG | Mehrere Bundesländer wollen ein Verbot bestimmter Antibiotika in der Tierhaltung durchsetzen. Auf Antrag von Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen beraten die Agrarminister in dieser Woche in Bad Homburg, ob sogenannte Reserve-Antibiotika künftig allein Menschen vorbehalten sein sollen. Diese Mittel gelten als letzte Chance zur Behandlung schwerer Infektionen beim Menschen. Befürchtet wird, dass sich beim Einsatz in der Tierhaltung Resistenzen ausbilden und die Mittel dann beim Menschen nicht mehr wirken.

Positives zum Schluss:

Sieg für Bienen und Meinungsfreiheit

taz | 12.3 | von BERNWARD JANZING

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) darf zwei Produkte der Firma Bayer CropScience ohne Einschränkungen als “bienengefährlich” bezeichnen


ODF | Bürgerinitiative mit Aktion auf der B1/B5

Das Video zum Text findet ihr >hier
Protest gegen Massentierhaltung
Bürgerinitiative mit Aktion auf der B1/B5
Keine Hähnchenmast in Hohenstein oder „uns stinkt´s schon lange“ in Reichnow : In vielen Orten in Märkisch-Oderland und in Oder-Spree gibt es Bürgerinitiativen, die sich gegen geplante oder schon vorhandene Massentierhaltung engagieren. Sie kämpfen damit für ein Umdenken in der Agrarpolitik des Landes Brandenburg. Am Mittwoch schlossen sich vier (mehr …)

Artikelsammlung DIE ZEIT

antibiotika-penicillin-lieferung-engpass.pdf

antibiotika-keime-resistenz-bakterien.pdf

keim-infektion-tipps-fuer-patienten.pdf

multiresistente-keime-mrsa-antibiotika-massentierhaltung-keimkarte.pdf

charite-multiresistente-keime-krankenhaus-hygiene

antibiotika-im-fleisch-tiermedizin.pdf

Margott-G-rettet-ihr-Leben_MRSA.pdf

leser-diskutieren-ausgabe-gefahren-resistenter-keime.pdf


25.11 um 13h30 Reichenow-Möglin im Radio

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Wem stinkt was in Reichenow?
Ein Dorf streitet über Massentierhaltung
Von Thilo Schmidt

Der Betreiber einer Schweinemastanlage in Reichenow im Osten Brandenburgs will seinen Betrieb um ein Drittel vergrößern. Die Baugenehmigung hat er bereits beantragt, aber vermutlich nicht mit den Reichenower Bürgern und deren Bürgerinitiative ‘Uns stinkt’s schon lange’ gerechnet. Die nämlich glaubt, dass er die Genehmigung mit juristischen Winkelzügen erreichen will. Man sei nicht gegen landwirtschaftliche Tierhaltung, beteuert die Initiative – wohl aber gegen industrielle Massentierhaltung. Im Nachbardorf Möglin sieht man das anders. Dort lebt so manche Familie von eben dieser Massentierhaltung. Und so geht mitten durch die Gemeinde Reichenow-Möglin ein – bislang noch – tiefer Graben.